Ana Carolina, Finalistin von „Bright Young Things Take Hackney”

02 October 2018
Ana Carolina Gespräche mit Amy White, Vice President of Brand + Communications bei Avery Dennison und Mactac Europe,
Haben Sie Geduld, ignorieren Sie die Neinsager, seien Sie hartnäckig, lernen Sie weiter; irgendwann haben Sie den Bogen raus, und wissen, was Sie für Ihren Erfolg brauchen.

Amy – Also, erstmal ein wenig Hintergrund – Was hat Sie dazu inspiriert, an der Mactac Bright Young Things Competition auf artsthread.com teilzunehmen?

Ana – Meine Liebe für Graffiti und Wandbilder. Wandgemälde sind meine große Leidenschaft, also habe ich mich beworben.

 

Amy – Können Sie den Hintergrund Ihres ursprünglichen Designs erklären?

Ana – Bei meinem ursprünglichen Entwurf geht es darum, was man als Backpacker mitnehmen sollte (oder auch nicht).

Die Motive des Drucks sind die Dinge, die mir am wichtigsten sind, wenn ich packe, dazu die ausgefallenen Basics meiner verrückten Freundin – zum Beispiel ein als iPhone 4 getarnter Elektroschocker und Pfefferspray.

 
 

Amy – Wie fanden Sie die erste Etappe des Wettbewerbs – als wir alle uns in Hackney getroffen haben?

Ana – Ich begeistere mich für alles, was mit Wandgestaltung zu tun hat, also war es wirklich aufregend, zu erfahren, wie ein Gebäude verklebt wird. Und um meine eigene Version einer Verklebung auszuprobieren.

Ich habe das Glück, dass wir Designer (die Finalisten) gute Freuden geworden sind; wir haben sogar beschlossen, bei anderen Projekten zusammenzuarbeiten. Da kommt richtig viel Talent zusammen. Ich glaube an das, was sie tun und finde es erfüllend, in einem so wettbewerbsbetonten Umfeld Freundschaften geschlossen zu haben.

Amy – Sie haben gerade die erste Kollektion für Ihre neue Modemarke West Carolina lanciert. Wie war die Erfahrung mit der Gründung von West Carolina letzten Monat?

Ana – Das war eine sehr intensive, herausfordernde und lohnende Erfahrung.

Wir haben alles überaus sorgfältig gestaltet – von den Hängeetiketten, den Kleidungsetiketten, dem Schaufenster, der eigentlichen Kleidung, den Stoffen und anderen Materialien bis zur gesamten Umgebung des Pop-Up-Stores. Ich hatte viel zu bewältigen, alles gleichzeitig, und musste wichtige Entscheidungen treffen. Es ist noch gar nicht lange her, da hatte ich einen Teilzeitjob in einem ganz anderen Bereich – jetzt leite ich ein fünfköpfiges Team. Außerdem habe ich außerhalb Londons gewohnt, das Studio ist im Südwesten, der Laden im Osten, ich bin also unglaublich viel gependelt. Ich schätze, da haben mir meine praktischen Erfahrungen als Rucksackreisende sehr geholfen. Es ist, als würde man gleichzeitig ein Nomadenleben führen und Firma aufbauen.

 
 

Amy – Uns gefiel die Tatsache, dass die große Enthüllung des Wettbewerbs und der Start Ihres Pop-Up-Stores für den gleichen Abend koordiniert wurden. Können Sie die Emotionen der Eröffnungsnacht beschreiben?

Ana – Mit der Eröffnungsnacht wurde ein Traum Wirklichkeit. Zu sehen, wie sich nun alles, die ganze Arbeit, zusammenfügt. Plötzlich stand mir der lange Weg zu diesem Moment vor Augen. Was ich durchgemacht habe, um an diesen Punkt zu kommen, die Mühe und all die durchgearbeiteten Nächte haben sich absolut gelohnt. Die Unterstützung von Avery Dennison und Mactac, um meine Vision zum Leben zu erwecken, war einfach fantastisch.

 

Amy – Und nun zu den nächsten Schritten – Welche Ambitionen haben Sie für West Carolina?

Ana – Das Ziel von West Carolina ist, eine Marke zu präsentieren, die mit ausdrucksstarken Mustern und lebendigen Farben die Welt zum Leuchten bringt. Das kann durch Kleidung, Möbel, Kunstgegenstände sein. Die Idee ist, sie zu einem Online-Shop zu machend, der weltweit versendet, dazu gelegentliche Pop-Up-Stores. Und ich will weiterhin mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten, und Menschen dazu inspirieren, ihren kreativen Traum zu verwirklichen. Ich tue alles Erdenkliche, um ihnen mit West Carolina zu beweisen, dass sie es auch können, wenn sie sich wirklich dazu entschließen. In Zukunft werde ich Coaching und Workshops anbieten, in denen Interessierte erfahren, wie sie ihre Karriere in eine neue Richtung lenken oder ein kreatives Unternehmen starten können

 

Amy – Welchen Rat würden Sie anderen Absolventen geben, die eigene Marken herausbringen wollen?

Ana – Seien Sie tapfer und versuchen Sie es. Heute, mit den Vorteilen von Social Media, sind die Bedingungen für eine Markengründung besser denn je. Sie können einige Schritte überspringen und den Verbraucher direkt erreichen, ohne sich erst bei der Industrie Gehör verschaffen zu müssen. Dennoch ist das mit vielen Opfern verbunden.

Zuerst mal müssen Sie wissen, ob Sie überhaupt bereit sind, wirklich alles Nötige zu tun, um dorthin zu gelangen. Das ist definitiv nicht einfach. Viel Blut, Schweiß und Tränen. Lange, arbeitsreiche Nächte, während Ihre Freunde in der Kneipe sind, nein sagen zu sonnigen Tagen im Park und zu vielen amüsanten oder bequemen Dingen.

Aber wenn man liebt, was man tut, ist es sehr lohnend.

Mein Rat ist, anfangs noch einen Teilzeit- oder sogar einen Vollzeitjob zu behalten – so lange, bis man es sich leisten kann, zu kündigen. Haben Sie Geduld, ignorieren Sie die Neinsager, seien Sie hartnäckig, lernen Sie weiter; irgendwann haben Sie den Bogen raus, und wissen, was Sie für Ihren Erfolg brauchen.